Berlin: Ingrid Klebon erhält Bundesverdienstkreuz

eingereicht durch Matthias & Markus am Mittwoch, 28. Juli 2010 (31 gelesen)

Frauen

Für ihr jahrelanges und herausragendes Engagement zur Gleichberechtigung lesbischer Frauen wurde in Berlin Ingrid Klebon mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

© ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Trägerin des Bundesverdienstkreuzes: Ingrid Klebon
Berlins Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Carola Bluhm überreichte heute an Ingrid Klebon die hohe Auszeichnung im Auftrag des Bundespräsidenten in den Räumen des Berliner Vereins Rad und Tat e.V.

Ingrid Klebons Engagement begann in den 70er Jahren, als es noch nicht zum Alltag gehörte, sich für die Rechte von Lesben und Schwulen einzusetzen. Frauen und Männer, die das taten, hatten mit Ablehnung, Ausgrenzung, Widerstand und Vorurteilen zu kämpfen. Es gab vielfältige Diskriminierungen. Engagiert wirkte die Geehrte im Berliner „LAZ“, dem ersten Lesbischen Aktionszentrum dieser Art in der Bundesrepublik Deutschland mit, ebenso im Arbeitskreis Lesben und Schwule der ÖTV. Sie organisierte Demonstrationen und Ausstellungen, die ersten Christopher-Street-Days zum Beispiel, trug zur inhaltlichen Gestaltung der Berliner Lesbenwochen bei und zum bundesweiten Lesbenfrühlingstreffen.

Jahrzehntelanger Einsatz für die Rechte von Lesben und Schwulen

In den 80er und 90er Jahren als aktives ÖTV-Mitglied setzte sie das Thema „Diskriminierung von Frauen, Lesben und Schwulen am Arbeitsplatz“ auf die Tagesordnungen gewerkschaftlicher Gremien sowie von Personalversammlungen. 1986 arbeiteten sie beispielsweise an der ÖTV-Ausstellung „Sexismus am Arbeitsplatz“ mit, auf der sie eigene Diskriminierungen am Arbeitsplatz veröffentlichte.

Diese Ausstellung wurde in Berlin und weiteren 35 Städten Deutschlands gezeigt. Nach ihrer Teilnahme an der 4. Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking entwickelte sie ehrenamtlich und zum großen Teil mit eigenem Geld eine Fotoausstellung sowie eine Dokumentation.

Sie war Gründungsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Grüne Lesbenpolitik und setzte sich im Frauenbereich der Alternativen Liste in Berlin für die Einrichtung des Fachbereiches für gleichgeschlechtliche Lebensweisen in der damaligen Senatsverwaltung für Jugend, Familie und Frauen ein. Dieser Fachbereich leistet heute als Teil der Landesantidiskriminierungsstelle nach wie vor einen wichtigen Beitrag zur Gleichstellung und Gleichbehandlung aller Menschen in dieser Stadt.

Bis heute ist Ingrid Klebon aktiv beim Rad und Tat e.V. und trägt dazu bei, dass gerade ältere lesbische Frauen einen sozialen Ort finden, an dem sie mit anderen Frauen in ähnlichen Lebenslagen selbstbewusst und gemeinsam ihr Leben gestalten können.

 


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Andreas Meyer-Hanno (* 18. Februar 1932 in Berlin; + 7. September 2006 in Frankfurt) (4)



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