Stuttgart: Oberbürgermeister wirbt für Vielfalt

eingereicht durch Matthias & Markus am Montag, 19. Juli 2010 (32 gelesen)

Szene

Der diesjährige Christopher Street Day (CSD) vom 23. Juli bis 1. August in Stuttgart steht unter dem Motto „Schön wär's!“. Beim traditionellen Empfang im Stuttgarter Rathaus, bei dem der Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart, Dr. Wolfgang Schuster (CDU), zum ersten Mal teilnahm, warb der Oberbürgermeister gemeinsam mit der Schirmherrin des CSD Stuttgart 2010, Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, für Toleranz im Umgang mit Homosexualität.

Nach den einleitenden Worten durch den CSD-Vorstand Christoph Michl mit einem kleinen Überblick über die anstehende Programm- und Kulturwoche war es den beiden RednerInnen, die von den rund 250 Gästen mit Applaus empfangen wurden, vorbehalten, ihre Grußworte und ihre Ansprache an die Gäste zu richten.

Besonderer Augenmerk lag dabei auf der Rede des Oberbürgermeisters, welcher die Jahre zuvor den Empfang nicht besuchte. OB Schuster: „Niemand soll in Stuttgart aufgrund einer bestimmten Überzeugung oder aufgrund eines bestimmten Glaubens, aufgrund einer bestimmten Eigenschaft oder einer sexuellen Orientierung benachteiligt oder ausgegrenzt werden. Jeder muß Rücksicht auf den Anderen nehmen. Man soll das Anderssein anerkennen, man muss es nicht teilen. Das ist der Kern des Toleranzgedankens.“

Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster auf CSD-Rathaus-Empfang

OB Schuster weiter: „Meine Überzeugung ist, dass Vielfalt in allen Lebensbereichen eine Chance und keine Bedrohung ist. Deshalb muss Vielfalt ermöglicht werden.“ Wer bestimmte Meinungen oder Handlungen oder Orientierungen ausgrenze, tue sich selbst keinen Gefallen. „Ausgrenzung ist keine Stärke, sondern ein Ausdruck von Schwäche“, so OB Schuster.

Die Stadtverwaltung der Landeshauptstadt Stuttgart hat zudem bereits praktische Konsequenzen mit Blick auf die gleichgeschlechtliche Lebensweise getroffen. OB Schuster: „Wir haben entschieden, dass die Antragsstellung zur Registrierung einer Lebenspartnerschaft dort erfolgt, wo sie hingehört: im Standesamt. Wir haben auch entschieden, keine höheren Gebühren für die Homo-Ehe zu erheben.“

Auf das Motto des CSD bezogen sagte der OB: „Schön wär's, wenn es keine Vorurteile mehr über homosexuelle Mitbürgerinnen und Mitbürger gäbe - und dies nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Schön wär's auch, wenn Sie nächstes Jahr wieder ins Rathaus kämen!“

 


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