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Wien: AIDS - Ende der Epidemie nicht in Sicht
eingereicht durch Matthias & Markus am Montag, 19. Juli 2010 (24 gelesen)
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 Die 18. Internationalen Aids Konferenz (IAC) welche vom 18.-23. Juli 2010 in Wien stattfindet und bei der 20.000 ExpertInnen, AktivistInnen und politische EntscheidungsträgerInnen teilnehmen, steht unter dem Motto „Rechte hier und jetzt“ und im Zeichen der Menschenrechte für Menschen mit HIV und Aids. Das Motto der AIDS 2010 „Rechte hier und jetzt“ unterstreicht die zentrale Bedeutung des Schutzes und der Förderung der Menschenrechte als Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Umgang mit HIV/Aids. „Rechte hier und jetzt“ hebt darüber hinaus Wien als Standort der Konferenz hervor, das auch aufgrund seiner Nähe zu Osteuropa und Zentralasien ausgewählt wurde, einer Region, in der sich die Epidemie vor allem durch den intravenösen Drogengebrauch besonders schnell verbreitet. „Rechte hier und jetzt“ ist aber auch ein Aufruf zu Führungswillen, Verantwortung und aktivem Handeln.
Einen besonderen Augenmerk will die Konferenz auf die Gruppe der Migranten, Männer die Sex mit Männer haben, sowie auf die DrogengebraucherInnen legen, da diese oft soziale Ausgrenzung, Diskriminierung und sogar Kriminalisierung erfahren und dies Neuinfektionen eher fördert, anstatt verhindert.
Neben gesundheitlichen Aspekten werden die Menschenrechte den Schwerpunkt der Konferenz bilden. Die Konferenz soll Gelegenheit bieten, die bis dato erzielten Fortschritte zu bewerten und festzustellen, was zur Erreichung dieses Zieles noch getan werden muss.
Dabei will die Konferenz die Regierungen und andere politische EntscheidungsträgerInnen auffordern, ihre Versprechen zu erfüllen und mehr Mittel für den universellen Zugang zu HIV-Prävention, -Pflege und -Behandlung sicherzustellen. Gleichzeitig wurde auf der Konferenz ein Aufruf an die Regierungen gestartet, dem Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria mindestens 20 Milliarden US-Dollar zwischen 2010 und 2013 zur Verfügung zu stellen, um damit die Finanzierungslöcher des Globalen Fonds auszugleichen.Appell der Konferenz an die Regierungen: Mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stellen2010 sollte das Jahr sein, in dem der globale Zugang zu HIV-Prävention, -Pflege und -Behandlung für alle verwirklicht ist - darauf hatten sich die UN-Mitglieder im Jahr 2001 geeinigt. Laut UNAIDS erhalten vier Millionen der geschätzten 9,5 Millionen Menschen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, die HIV-Medikamente benötigen, inzwischen die lebensverlängernden Therapien. 5,5 Millionen Menschen haben aber immer noch keinen Zugang.
Das globale Aids-Budget ist trotz deutlicher Steigerungen in den zurückliegenden Jahren immer noch unzureichend: UNAIDS schätzt, dass allein im Jahr 2010 25 Milliarden US-Dollar im globalen Engagement gegen Aids in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen benötigt werden - über 11 Milliarden US-Dollar mehr, als heute verfügbar sind.
Daneben behindern weitere Mängel den notwendigen Zugang aller Behandlungsbedürftigen zu qualitätsgesicherter Behandlung, vor allem eine unzureichende medizinische Infrastruktur und der erschreckende Mangel an Fachpersonal. Langfristige Schätzungen besagen, dass bis zum Jahr 2031 das globale Finanzierungsdefizit bei der Aids-Bekämpfung auf 35 Milliarden US-Dollar pro Jahr steigen wird, will man alle HIV-infizierten Menschen behandeln, pflegen, für alle Aids-Waisen sorgen und universellen Zugang zu HIV-Präventionsmaßnahmen gewährleisten.
Diese Zahlen zeigen, wie dringlich es ist, die weitere Ausbreitung von HIV einzudämmen. Jeden Tag infizieren sich 7.400 Menschen neu mit HIV. Auf zwei Menschen, die antiretrovirale Therapie erhalten, kommen 5 Neuinfektionen. Die Zahl der Menschen, so ist sich die Konferenz einig, die sich neu infizieren und lebenslange Therapie brauchen, muss sinken. Daher ist bessere Prävention dringend vonnöten.
Die Internationale Aids-Konferenz wird von der Internationalen Aids-Gesellschaft (IAS) mit Sitz in Genf in Kooperation mit der österreichischen Regierung sowie internationalen Partnern aus Wissenschaft, Gesellschaft und den Vereinten Nationen organisiert. Die IAS gilt als die weltweit führende unabhängige Vereinigung von HIV-ExpertInnen.
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