Köln: HIV-infizierte Frauen auf Hilfe angewiesen

eingereicht durch Matthias & Markus am Montag, 08. März 2010 (31 gelesen)

Gesundheitsfragen

HIV-positive Frauen in der Bundesrepublik Deutschland befinden sich offenbar häufiger als Männer in sozialen Notlagen. Im vergangenen Jahr half die Deutsche AIDS-Stiftung, nach Angaben der Stiftung, 684 von HIV und Aids betroffenen Frauen.

Aufschlussreich ist dabei die Tatsache, dass die Zahl der Antragstellerinnen überproportional hoch ist im Vergleich zum Frauenanteil an der Zahl aller HIV-Positiven in der Bundesrepublik Deutschland. Während ihr Anteil bei 18 Prozent liegt, der der Männer bei 82 Prozent, beträgt das Verhältnis von weiblichen zu männlichen AntragstellerInnen bei der Stiftung 39 Prozent zu 61 Prozent.

Viele der Frauen sind, nach Angaben der Stiftung, alleinerziehende Mütter und haben auch noch die Sorge für ihre Kinder zu tragen. Der Anteil von Frauen an allen alleinerziehenden AntragstellerInnen beträgt 94 Prozent. HIV-positive Frauen leiden häufig neben medizinischen Nebenwirkungen unter Schuldgefühlen, mangelndem Selbstwertgefühl, Depressionen, Isolation und Diskriminierung.

In der Bundesrepublik Deutschland lebten im Jahr 2009 nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 12.000 Frauen mit HIV, es infizierten sich 350 Frauen neu, 200 erkrankten an Aids. Häufig reicht das geringe Einkommen der Frauen, die meist auf staatliche Grundsicherung angewiesen sind, nicht dafür aus, die elementarsten Dinge zu bezahlen, etwa notwendige Anschaffungen wie Kinderkleidung, eine Matratze oder eine Brille. Neben Hilfe im individuellen Notfall fördert die Stiftung auch zahlreiche Projekte speziell für Frauen, darunter Krankenreisen, Familienseminare oder Vernetzungstreffen, die der Stabilisierung der Lebenssituation dienen.

Im südlichen Afrika unterhalb der Sahara, wo 60 Prozent der von HIV betroffenen Menschen Frauen sind, unterstützt die Deutsche AIDS-Stiftung modellhafte Hilfsprojekte, die sich vor allem an schwangere Frauen und ihre Kinder richten. Das DREAM-Projekt der Gemeinschaft Sant`Egidio in Mosambik beispielsweise hat sich die Verhinderung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV zum Ziel gesetzt. Über 98 Prozent der Babys werden dort HIV-negativ geboren. HIV-positive Frauen werden in das Programm miteinbezogen: Sie werden zu Activistas ausgebildet, die wiederum andere Frauen über HIV und Aids aufklären.

Weltweit sind mehr als die Hälfte aller infizierten Erwachsenen Frauen. Aids ist nach Angaben von UNAIDS weltweit die häufigste Todesursache bei Frauen im Jugendalter.

 


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