Speyer: Lindenstraße zum Anfassen

eingereicht durch Matthias & Markus am Montag, 01. Februar 2010 (53 gelesen)

Kultur

Seit seiner Eröffnung vor nahezu 10 Jahren hat das MUSEUM WILHELMSBAU zahllose BesucherInnen in seinen Bann gezogen. Auf vier Stockwerken mit rund 3000 qm Ausstellungsfläche zeigt das Museum eine faszinierende Sammlung von Ausstellungsstücken, die den Zeitgeist längst vergangener Tage wieder lebendig werden lassen. Und noch etwas zeigt das Museum: Die Lindenstraße! Am Samstag, den 30. Januar 2010 war sogar anfassen erlaubt.

© Westdeutscher Rundfunk Köln, Köln
Türke vor und hinter der Kamera: Erkan Gündüz
Wie hörte man zu Hause Musik, bevor das Grammophon erfunden wurde? Was trug die Dame von Welt um 1900 beim Sonntagsspaziergang? Wie sah der Kinderwagen aus, den das Kindermädchen dabei vor sich herschob? In welcher Badekluft lag man damals am Strand? Und was zog man an, wenn man in den Fünfziger Jahren ins Tanzcafé ging? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt das MUSEUM WILHELMSBAU beim Technik Museum Speyer.

Viele Fragen und Antworten gab es aber auch bei der am vergangenen Samstag stattgefundenen Autogrammstunde mit den beiden Schauspielern Erkan Gündüz alias „Murat Dagdelen“ und Michael Schmitter alias „Dr. Ernesto Stadler“ aus der Kultserie „Lindenstraße“. Dass die rund 100 BesucherInnen nicht lange auf ihre Autogramme warten mussten, lag daran, dass die beiden Schauspieler statt sich auf die Deutsche Bahn zu verlassen, mit dem eigenen PKW angereist waren.

Und schon bereits fünfzehn Minuten vor der eigentlich vorgesehenen Zeit fingen an beide fleissig ihren Namenszug auf die Autogrammkarten bzw. die von den BesucherInnen mitgebrachten „Lindenstraße“-Artikeln zu schreiben. Es ging sogar soweit, dass manch einer der BesucherInnen gleich zehn der begehrten Autogramme von den Beiden mit nach Hause nahm.

Museum Wilhelmsbau beim Technik Museum Speyer beherbergt die „Lindenstraße“

Eine der brennendsten Fragen der weiblichen Gäste war natürlich die Frage nach der Größe der beiden Schauspieler. Michael Schmitter: „Erkan ist 1,85 m groß und ich 1,90.“ Auf die Frage einer Besucherin, ob er den aufgeregt sei, sagte Schmitter: „Wieso soll ich aufgeregt sein, ich spiele ja nur den Doktor.“ Begeistert waren vorallem die weiblichen Fans, als sie mit den beiden Schauspielern auf „Tuchfühlung“ gehen durften: Michael Schmitter liess eine der weiblichen Fans für ein Fotoshooting auf seinem Bein sitzen und hielt sich eine Strähne des Haares vor seine Nase.

Doch nur Autogramme zu geben, wird auf Dauer sicherlich langweilig, besonders wenn die Fan-Gemeinde nach Fotos mit sich und den beiden Darstellern, die sich nicht als Stars sehen, begehren. Und so wurde kurzer Hand der Ausstellungsraum, in dem sich die „Lindenstraße“ befindet, zum Fotostudio. Vorbei an großformatigen Szenefotos, u. a. eines mit dem als Doktor ausgeschiedenen Georg Uecker, gingen die beiden Schauspieler, gefolgt von zahlreichen Fans in den Raum und liessen sich dort zusammen mit den Fans fotografieren.

Ein besonderer Augenblick gab es für die Fans, als Erkan Gündüz mit zwei weiblichen Fans sich die Orgelausstellung anschaute, er in dem selben Moment als er aus dem Raum trat, in dem im Raum aufgestellten Fernseher auftrat. Das gleich geschah wenige Minuten später bei Michael Schmitter.

Am Schluss der Veranstaltung, die etwas nach dem vorgesehenen Ende war, konnten wir ebenfalls noch ein paar kurze Fragen an Michael Schmitter stellen:

DAW: „Herr Schmitter, wie kamen sie zu ihrer Rolle? Wurden sie gecastet?“ „Ja, ich wurde von Horst Scheel gecastet. Zunächst hatte ich mich für eine andere Rolle beworben, nämlich die als Handwerker, wurde jedoch dafür als nicht geeignet empfunden. Vor einem halben Jahr dann erhielt ich einen Anruf, ob ich mir die Rolle des Doktors vorstellen kann. Da habe ich ja gesagt.“ DAW: „Herr Schmitter, ehrlich gesagt, wir können uns Sie auch nur als Doktor vorstellen.“ Michael Schmitter: „Sehen Sie, dass können die meisten. Dabei habe ich viele Umwege in meiner Jugend gemacht. Nach der zehnten Klasse habe ich zunächst die Schule abgebrochen und eine Lehre als Landwirt gemacht. Danach habe ich erst das Abitur nachgeholt und bin dann auf eine Schauspielschule gegangen. Und das obwohl meine Eltern, mein Vater war Wissenschaftler bei dem Max-Planck-Institut in Garching, meine Mutter Hausfrau, immer wollten, dass ich eine wissenschaftliche Laufbahn einschlage“. Nach zahlreichen Theaterengagements u. a. auch an der Mannheimer Bühne, spielte er auch erste Rollen im Fernsehen.

DAW: „Herr Schmitter. Vergleichen Sie sich eigentlich mit ihrem Vorgänger Georg Uecker?“ Michael Schmitter: „Ich vergleiche mich nicht mit ihm. Ich messe mich nicht mit ihm.“ DAW: „Herr Schmitter, noch eine letzte Frage: Wie lange läut ihr Vertrag?“ Michael Schmitter: Mein Vertrag läuft bis Ende dieses Jahres mit einer Option für das nächste Jahr. Das ist so branchenüblich.“ DAW: „Wir danken Ihnen Herr Schmitter für das Gespräch und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg. Michael Schmitter: „Vielen Dank, dass gleiche wünsche ich Ihnen auch.“

 


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