Stuttgart/Berlin: Erster Aktionsabend gegen Homophobie im deutschen Fußball

eingereicht durch Matthias Honold am Freitag, 05. Oktober 2007 (484 gelesen)

Sport

Wie in jeder Sportart, so gibt es auch im Fußball Lesben und Schwule. Allerdings ist das Klima dort so homophob, dass schwule Profis noch immer gezwungen sind, einen bedeutenden Teil ihrer Identität zu verstecken und zu verleugnen. Während in anderen Gesellschaftsbereichen ein Coming-Out meist nebensächlich zur Kenntnis genommen wird, wären die Reaktionen im Fußball nicht abzusehen. Aus diesem Grund wird es einen Aktionsabend gegen Homophobie im deutschen Fußball im Berliner Olympiastadion geben.

Dabei reichen die Reaktionen gegen Schwule und Lesben von verbalen Angriffen bis zu der extremen Form der physischen Gewalt. Stereotype Vorstellungen und Homophobie sind auf allen Ebenen des Fußballs zu finden – bei SpielerInnen, TrainerInnen, SchiedsrichterInnen, Vereinen, Organisationen und Fans. Homophobie wird immer noch ignoriert. Homosexualität im Fußball ist eines der letzten großen Tabus unserer Gesellschaft.

Diskriminierung im Fußball an der Tagesordnung

Das Ziel der Veranstaltung ist es, ein erster Schritt gegen jegliche Form der Diskriminierung zu starten, den die Veranstalter, die schwul-lesbischen Fanclubs, auch durch die Unterzeichnung der Erklärung „Gegen Diskriminierung im Fußball“ dokumentieren werden. Als Gastreferenten werden unter anderem William Gaillard, Medien- und Kommunikationsdirektor der UEFA, sowie Prof. Dr. Martin Schweer, der seit Jahren zum Thema forscht, erwartet.


Außerdem nehmen an der Veranstaltung teil: Helmut Spahn, Sicherheitsbeauftragter des DFB und Vorsitzender der Task Force von DFB und DFL gegen Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, sowie Thomas Schneider, Fanbeauftragter der DFL. In einer Podiumsdiskussion, an der unter anderem Christian Beek, Sportdirektor von Union Berlin, sowie Marcus Urban, einst Jugendnationalspieler der DDR, teilnehmen werden, soll die Problematik vertieft erörtert werden.

Die schwul-lesbischen Fanclubs existieren seit einigen Jahren und wollen darauf aufmerksam machen, dass Fußball und Homosexualität keinen Widerspruch darstellen.
Info: Erster Aktionsabend gegen Homophobie im deutschen Fußball, Freitag, 12. Oktober 2007, 19 Uhr im Olympiastadion Berlin
Weitere Informationen zu den schwul-lesbischen Fanclubs:
http://www.queerfootballfanclubs.com

 


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